Bedingt durch mein Staatsexamen 1975 an der
Hochschule für bildende Künste in Kassel habe ich
mich mit der erotischen Malerei in der Kunstgeschichte
und dem Prinzip Obszön von Peter Gorsen beschäftigt.
Mein Interesse war sofort geweckt und ich war
elektrisiert. Diese theoretische Beschäftigung ließ bei
mir den Wunsch nach spontaner künstlerischer
Umsetzung wachsen. Da ich zu dieser Zeit die
Bleistiftzeichnung – also die exakte fotorealistische
Darstellung – präferierte, hatte ich versucht, meiner
erotischen Grafik diesen Voyeur-Charakter zu verleihen.

Die fotorealistischen Darstellungen evozieren bei dem Betrachter das Gefühl – wie
auf einem Foto oder in einem Film – direkt dabei zu sein, sich in diese Situation zu
versetzen. Dies wird noch verstärkt dadurch, dass ich den dargestellten Personen
weder Kopf noch Namen verleihe, sodass sich der Betrachter entweder eine Wunsch-
oder aber eine reale Situation vorstellen kann. Nach 18 Jahren Bleistiftzeichnungen
wollte ich – selbst in der Blüte der Jahre– mehr Farbe in meine Bilder und mein Leben
bringen.

Ich habe dann die Pastellkreiden entdeckt, da sie sich gerade für die Darstellung von puderiger Haut als ideale Zeichentechnik anbieten.Durch das Malen mit Pastellkreiden und der Schule des Sehens habe ich die offenen und versteckten Signale des Erotischen in der Natur entdeckt und durch differenzierte Ausschnittvergrößerungen in das Blickfeld des Betrachters gerückt.Eine weitere Leidenschaft ist die Darstellung der Plastizität von Körpern und Körperregionen mit Hilfe von Stoff-Falten. Ich empfinde verhüllte, nicht so offen sichtbare Körper geheimnisvoller und erotischer, da der Betrachter seiner Phantasie freien Lauf lassen kann.

Als bodenständiges, sinnliches und praktizierendes Sternzeichen Stier war ich immer für das Thema Sternzeichen ansprechbar und habe in vielen Recherchen die diversen Vorlieben und Unterschiede der einzelnen Sternzeichen herausgefunden und dies sowohl in meiner bildenden Kunst als auch in meiner Kochkunst umgesetzt.